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Ein Knaller in der Direktvertriebsbranche: Zum Jahreswechsel ist die international bekannte Modeschmuck-Marke Pierre Lang in den Besitz von Helmut Spikker übergegangen. Damit wechselte die Eigentümerschaft des europäischen Marktführers im Modeschmuck aus den Händen der Familie Andersen zur neuen Unternehmensgruppe von Helmut Spikker. Über den Kaufpreis wurde zwar beiderseitiges Stillschweigen vereinbart, doch dieser dürfte nicht unerheblich gewesen sein, da sowohl die Produktionsstätten und alle Immobilien mit übernommen wurden. Der Umsatz von Pierre Lang liegt mit über 6.000 Berater/innen und 1.3 Mio. Kunden in 15 Ländern bei 125 Mio. Euro. Weltweit werden über 750 Mitarbeiter beschäftigt, alleine in der Gesellschaft in Frankreich (Paris) arbeiten 60 Angestellte.
„Ich freue mich über diese Chance, meine langjährigen Erfahrungen im Direktvertrieb weitergeben zu können“, so Helmut Spikker in einer heutigen Pressekonferenz in seiner Ahlener Villa. „Pierre Lang steht für seine einzigartige Produktästhetik und höchste handwerkliche Qualität. Die weitere Entwicklung der Pierre Lang-Unternehmen werden wir innerhalb einer neuartigen, konsequent auf weltweites Wachstum ausgerichteten Unternehmensgruppe realisieren. Dafür ist ein so klangvoller Markenname wie Pierre Lang sehr wertvoll - ein Schmuckstück auch im eigentlichen Wortsinne.“ Ein Gutachten beziffere alleine den Wert der Marke Pierre Lang auf 45 Mio. Euro. Die Verhandlungen zogen sich eineinhalb Jahre hin, kurz vor Weihnachten war der Vertrag dann aber perfekt.
Die Familie Andersen hat sich altersbedingt nach mittlerweile fast fünf Jahrzehnten im Dienst des Auf- und Ausbaus des international renommierten Unternehmens entschlossen, das weitere Wachstum in neue und Markt erfahrene Hände zu legen. Mitbieter beim Verkauf von Pierre Lang waren neben Finanzinvestoren auch das bekannte Unternehmen Swarovski.
Spikker selbst hegt nach der Investition große Ambitionen: Innerhalb kürzester Zeit soll der Umsatz verdoppelt werden. "Wir betrachten Pierre Lang als Erbe und als ein Traditionsunternehmen und sind daher ein strategischer Investor."
Pierre Lang verkauft seinen Schmuck exklusiv im Direktvertrieb. Durch die hochqualitative Produktion ausschließlich in den eigenen europäischen Standorten in Österreich und Irland setzt sich Pierre Lang deutlich von allen anderen Wettbewerbern ab. Während andere in asiatischen Billiglohnländern mit hoher Retourenquote produzieren, setzt Pierre Lang Maßstäbe in Qualität und Design.
"Man werde für die Marke einen neuen Designer engagieren, darüber hinaus wird der Bereich Fashion eine tragende Rolle spielen. Auch sei man derzeit mit einem internationalen Top-Modell in Verhandlungen", so ein sichtlich gut gelaunter Helmut Spikker weiter.
"Wir verkaufen keine Lippenstifte wie LR"
Auch nach dem Verkauf des von ihm gegründeten Unternehmens LR Health & Beauty Systems GmbH war der Multi-Millionär durch Beteiligungen an einer Vielzahl von Firmen weiterhin unternehmerisch aktiv. Mit dem Kauf des bekannten Branchen-Players Pierre Lang kehrt der Ahlener Unternehmer aber zurück in die erste Liga der Direktvertriebsunternehmen. Im Jahr 2004 hatte er seine Anteile an LR an die Private Equity Gesellschaft Apax Partners verkauft.
Auch danach hat er LR mit Innovationen und Know-How versorgt. So sind die erfolgreichen Produktlinien Mikrosilver, Colostrum sowie Cistus mit seinem Namen verbunden. Das alles reichte ihm jedoch nicht. Helmut Spikker entwickelte die Vision von einem weltumspannenden Direktvertriebsunternehmen.
2010 startet Helmut Spikker jetzt somit noch einmal voll durch. In seiner westfälischen Heimatstadt Ahlen entsteht gegenwärtig ein Produktions- und Logistikzentrum, das in wenigen Monaten fertig gestellt sein wird. Der Bau ist riesig, derzeit steht eine Gebäudekomplex in den Maßen eines Fußballfeldes. Und man liegt eine Woche vor dem Zeitplan.
Spikker stellte in der Pressekonferenz aber eines ganz klar heraus: "Wir werden keine Lippenstifte wie LR verkaufen."
Die 25 Mio. € Investition beinhaltet nämlich weltweit einen neuartigen Maschinenpark zur Produktion und versandfertigen Verpackungen von Produkten aus den Bereichen Kosmetik und Nahrungsergänzung, die dann ebenfalls im Direktvertrieb an die Kunden gebracht werden.
Der Betriebsbeginn in Ahlen ist am 01. Mai 2010 vorgesehen, am 30.04. läuft Spikkers Wettbewerbsverbot aus, in dem der Bereich Schmuck nicht mit inbegriffen war. Mittelfristig werden dort mehrere 100 Arbeitsplätze entstehen, Stand heute hat man bereits 100 Arbeitsplätze geschaffen. Spikker lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Ahlen: "Es ist eine gute Zusammenarbeit."
Für die Direktvertriebsbranche kündigte er gleichwohl einen Tsunami im positiven Sinne an: "Ein Umsatz von 1 Milliarde Euro pro Jahr ist das Ziel, daran lasse ich mich messen."
Man darf gespannt sein, zumal auch, dass hob Spikker heute klar hervor, "man schon eine Plattform in den USA und Asien geschaffen habe".
Es ist also nicht auszuschließen, dass der Visionär bereits zum Start weg, genauso viel Umsatz hat, wie sein damalige gegründetes Unternehmen LR heute.
Vielleicht sogar mehr. Die Zeit wird es zeigen.
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